Palazzo Lancellotti

 


Palazzo Lancellotti

Beschreibung

Der Palazzo Lancellotti ai Coronari ist einer der wenigen Paläste Roms, der noch von Nachkommen der Erbauer bewohnt wird. Die Lancellotti stiegen sozial mit dem Arzt Scipione Lancellotti auf, der Papst Julius II. 1511 vor dem Tode rettet. Scipione kaufte 1491 ein Grundstück, seine Söhne Orazio und Aurelio kauften weitrere Häuser zu. Kardinal Scipione begann 1591 mit dem Bau des Palasts nach Entwurf von Francesco Capriani da Volterra. Nach seinem Tod 1598 hinterließ er seinen Neffen den unvollendeten Bau. Unter Kardinal Orazio Lancellotti wurde der Palast vollendet und umgebaut. Im Hof kam die noch heute existierende Statuensammlung zur Aufstellung.
Die Fassade des Palazzo Lancellotti ähnelt stark jener des Palazzo Cardelli, welcher 1592 ebenfalls nach Entwurf von da Volterra errichtet wurde, und ist äußerst einfach gestaltet. Die Stockwerke sind nur durch ein Band abgesetzt, plastische Dekoration fehlt fast völlig. Nachfolger da Volterras wurde Carlo Maderno, von dem die Fassade zur Piazza Lancellotti und das Treppenhaus stammen. Während die vier älteren Achsen zur linken des Portals unterscheidlich breite Mauerflächen aufweisen, sind die sechs Achsen Madernos rechts des Portals sind ganz regelmäßig. Um 1617 wurde von Domenechino dal Totti ein neues Portal mit zwei Säulen auf halbrunden Piedestalen geschaffen, das in Stichwerken weithin rezipiert wurde.
Kardinal Orazio beauftragte vor 1620 Agostino Tassi für die Ausmalung der Sala dei Palafrenieri. Diese hervorragenden illuionistischen Architekturen haben sich erhalten. Ebenfalls von Tassi stammt ein Fries im Obergeschoß, welcher die nachfolgende Landschaftsmalerei beeinflußte. Für Tiberio Lancellotti schufen Guercino und Lanfranco 1621-1635 die Dekoration der fünf Räume im Erdgeschoß.

Literatur

Cavazzini, Patrizia: Palazzo Lancellotti ai Coronari, Roma 1998

Verweise

Fries von Tassi im piano nobile

 
© 2005 J.-Ch. Rößler
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Jan-Christoph Rößler, München